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Der post vom hotel

Unabhängig und noch näher bei den Gästen

Veröffentlicht am 1. Mai 2015

Seit April ist das Hotel Le Bristol nicht mehr Teil der Accor Gruppe: Nach sieben Jahren tritt es wieder unter seinen alten Namen auf und wird unabhängig geführt. Direktor Stefan Röösli und sein Team sind dem Haus und seinen Gästen treu geblieben. Im Interview verrät der Gastgeber, wie er das Le Bristol zu einem noch besseren Hotel machen will.

Interview

Stefan Röösli und die Fotografin Myriam Ramel während des « Shootings » für den neuen Auftritt des Hotels.
Myriam Ramel / www.lumieredujour.ch

 

Herr Röösli, das Hotel Le Bristol ist nun nicht mehr Teil der Accor Gruppe. Was ändert sich für die Gäste, die das Haus zum Teil schon seit vielen Jahren kennen?

Der Wechsel soll keine dramatischen Änderungen verursachen. Unsere Stammgäste nehmen den neuen Namen des Hauses wahr, besuchen eine neue Website und sehen im Haus, dass wir unseren Auftritt aufgefrischt haben. Sie sollen sich bei uns aber genauso wohl fühlen, wie in den vergangenen Jahren.

Wie gewährleisten Sie das?

Am Hotel selbst mussten wir nichts Grosses verändern. Die grossen, modernen Zimmer, das Thermalbad mit Innen- und Aussenbereich und unsere gute Küche sprechen für das Le Bristol. Der entscheidende Faktor für die Gäste sind die Mitarbeiter. Ich habe das grosse Glück, dass uns unser Team erhalten bleibt. Viele unserer Mitarbeitenden sind schon seit Jahren im Le Bristol. Sie sind der Garant für guten Service und gelebte Gastfreundschaft.

Ändert sich generell etwas an den Angeboten und Tarifen?

Unsere Gäste erhalten noch mehr Auswahlmöglichkeiten. Die Preisgestaltung bleibt aber sehr ähnlich und wir werden diese saisonal noch besser abstimmen. Besonders unsere attraktiven zwei bis sieben Tage Packages inklusive Abendessen und Wellnessanwendungen werden noch aktiver vermarktet. Alle Zimmerpreise sind neu inklusive Frühstück, Wireless-LAN und natürlich der Benützung unserer grössten, privaten Thermalbad- und Wellnessanlage von Leukerbad. Auf unsere eigene Quelle, die unermüdlich 33 Grad warmes, hoch mineralisiertes Thermalwasser liefert, bin ich besonders stolz.

An wen richtet sich das Angebot?

Unsere wichtigste Gästegruppe sind aktive Menschen aus der Babyboomer-Generation, die gesundheitsbewusst leben, aber dennoch geniessen wollen. Sie nutzen das Le Bristol und die einzigartige Natur rund um Leukerbad als ihre alpine Energiequelle. Vor allem an den Wochenenden besuchen uns auch Familien und unter der Woche kommen Gäste von Unternehmen, welche an Kursen teilnehmen, dazu.

Sie sprechen die Konferenzräume des Le Bristol an?

Nicht nur. Für bis zu 80 Personen bieten wir grosszügige Konferenzräume, dazu kleine und grössere Nebenräume für Workshops. Nach langen Schulungen schätzen die Teilnehmer aber auch die Möglichkeiten für Spaziergänge und Sport in der Natur, unser Thermalbad oder unser rustikales Carnotzet für gemütliche Abende.

Wie reagieren die Gäste auf den neuen Auftritt des Le Bristol?

Die Reaktionen sind durchwegs positiv. Entscheidend ist das Team und die Gastfreundschaft.

Warum der Schritt in die Unabhängigkeit?

Die Mitgliedschaft in einer weltweit tätigen Kette bringt in der Vermarktung zwar Vorteile, aber als Ferienhotel muss man heute sehr flexibel auf die Bedürfnisse der Gäste und das Marktumfeld reagieren können. Das können wir als unabhängiges Haus besser.

Wie gehen Sie die Vermarktung in Eigenregie an?

Als Ausgangslage haben wir ein exzellentes nationales und internationales Netzwerk zu Tour Operators, Vermarktern im Internet und sehr viele Adressen von Gästen und Interessenten. Zudem pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit Leukerbad Tourismus und Schweiz Tourismus. Mit der Neulancierung des «Le Bristol» haben wir eine neue Website und Kanäle in sozialen Netzwerken gestartet und arbeiten nun kontinuierlich an unserem Renommee und unserer Reichweite in der Kommunikation.

Mit dem Neubau der Wellnessanlage 2008 und der Renovation der letzten Zimmer 2013 ist das Hotel auf einem modernen Standard. Welches sind die nächsten Investitionen?

Unsere Eigentümerschaft, eine Familienstiftung, die sich bewusst im Hintergrund hält, ist langfristig engagiert und investiert laufend. Wie oft in der Hotellerie läuft sehr viel im Hintergrund, was der Gast nicht direkt sieht. Dazu gehören etwa Investitionen in technische Installationen oder Sicherheitseinrichtungen und die laufenden Instandhaltungsarbeiten in Zimmern und öffentlichen Räumen.

Worauf freuen Sie sich in der kommen Sommersaison besonders?

Es wird ein ereignisreicher und wie immer vielfältiger Sommer. Mit der Schach-Schweizermeisterschaft, der Live-Übertragungen des «Donnschtig Jass» und der «Schlager Welle», dem Schäferfest auf der Gemmi und dem spektakulären Swiss Epic für Mountainbiker bietet das Programm ein sehr breites Spektrum. Ein besonderer Leckerbissen, auf den ich mich sehr freue, wird das 20. Literatur Festival vom 3. bis 5. Juli mit Lesungen von Autoren in unserem Haus. Interessant wird auch die Eröffnung der Fussbadquelle am 13. Juni. Sie wird die erste Quelle sein, welche Besucher besichtigen können.

(Interview: Christian Gartmann)

 

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Die Ursprünge von Leukerbad

Veröffentlicht am 17. März 2015

Leukerbad ist als Ort für Wellness und Erholung bereits eine Legende und gilt heute als der grösste Thermalkurort der Schweiz. Ob Skiläufer, Snowboarder oder Wanderer, jeder freut sich nach einer Anstrengung auf das Bad im den natürlichen Thermalwasser und geniesst den einzigartigen Erholungseffekt.

Die Reihe der grossen Persönlichkeiten, die sich von Leukerbad und seinen belebenden Quellen bezaubern liessen, ist lang. Angefangen bei Johann Wolfgang von Goethe (1779), über Guy de Maupassant (1877) und Mark Twain (1878) bis hin zu Charlie Chaplin und Pablo Picasso.

Die Ursprünge von Leukerbad liegen aber sehr viel weiter zurück: Es waren bereits die Römer, die als grosse Liebhaber der Badekultur die heilsame Wirkung der Quellen von Leukerbad entdeckten. Damals hiess Leukerbad oder Loèche-les-Bains noch „Balnea Leucensia“.

Im 5. Jahrhundert fiel das Dorf in die Hände von Einwanderern aus dem Burgund und später, im 9. Jahrhundert, wurde das Gebiet von Alemannen erobert. Diese aufeinander folgenden Invasionen könnten eine Erklärung für die Zweisprachigkeit des Kantons Wallis sein, wo Französisch und Deutsch gesprochen wird.

Erst 1315 wurde Leukerbad eine selbständige Gemeinde. Etwa einhundert Jahre später (1449) wurde ein erster Saumweg angelegt, der Leuk mit Leukerbad verband. Wenige Jahre danach öffneten die ersten Herbergen, nachdem der Fürstbischof von Sitten und adlige Familien aus der Region die Wasserrechte an den Quellen erworben hatten.

1501 erwarb der Fürstbischof Matthäus Schiner die Bäderrechte und warb bei seinen zahlreichen Reisen durch Europa für Leukerbad. Er legte damit den Grundstein für den Fremdenverkehr. Nachdem die Gemeinde 1682 zur alleinigen Eigentümerin der Thermalquellen geworden war, wurde 1741 der heutige Weg über den Gemmipass nach Kandersteg vollendet. 1850 wurden die erste Strasse und weitere Infrastrukturen angelegt, was die Eröffnung mehrerer Hotels nach sich zog.  

1889 kam der elektrische Strom nach Leukerbad, und 1915 wurde die Zahnradbahn von Leuk nach Leukerbad eröffnet. In den 1960er-Jahren entstand die erste Bergbahn, aber der grosse Zustrom von Touristen setzte erst mit dem Bau der Seilbahn zum Gemmipass und der Torrent-Seilbahn, den ersten Kureinrichtungen und der Eröffnung einer Rheumaklinik ein.

Laufende Neuerungen, Investitionen und Verschönerungen machten Leukerbad über die Jahrzehnte äusserst beliebt; der Ort bietet heute das umfassendste und fortschrittlichste Angebot an Thermalkuren im gesamten Alpenraum.